Seelenwissen · Ratgeber

Negative Glaubenssätze
auflösen

Sätze, die du für wahr hältst, obwohl sie nie jemand geprüft hat. Wie du deine Glaubenssätze erkennst, woher sie kommen und was wirklich hilft, sie aufzulösen.

Juanita Keitel zeigt mit geschlossenen Augen und geöffneten Händen eine Übung, gegenüber sitzt eine zweite Person
Grundlagen

Was ein Glaubenssatz mit dir macht

Ein Glaubenssatz ist eine Überzeugung über dich, über andere oder über das Leben, die du für eine Tatsache hältst. Nicht für eine Meinung, sondern für die Beschreibung der Wirklichkeit. Genau das macht ihn so wirksam und so schwer zu sehen.

Negative Glaubenssätze klingen im Kopf selten dramatisch. Ich muss mich anstrengen, damit ich genüge. Für mich ist eben nicht mehr drin. Wenn ich Nein sage, mögen sie mich nicht. Solche Annahmen haben wir irgendwann verinnerlicht und seitdem nie wieder angefasst.

Der Punkt ist nicht, dass diese Sätze falsch sind. Der Punkt ist, dass sie unbemerkt entscheiden. Sie bestimmen, welche Chancen du überhaupt siehst, wie du auf Kritik reagierst und wo du dich lieber gar nicht erst bewirbst. Ein Glaubenssatz ist keine Randnotiz in deinem Kopf, er ist die Brille, durch die du schaust.

Erkennen

Glaubenssätze erkennen, bevor du sie änderst

An deiner Wortwahl

Achte auf Sätze mit immer, nie, man, eben und einfach. Ich kann sowas eben nicht. Bei mir klappt das nie. Solche Wörter markieren fast immer eine Überzeugung und keine Beobachtung.

An deinen Gefühlen

Wenn eine harmlose Bemerkung dich stärker trifft, als sie sollte, hat sie einen Glaubenssatz berührt. Die Reaktion gehört dann nicht zur Situation, sondern zu dem Satz darunter.

An deinen Grenzen

Es gibt Bereiche, in denen du seit Jahren stehen bleibst, obwohl du weißt, wie es ginge. Genau dort sitzt meistens eine negative Überzeugung, die du nie geprüft hast.

Beispiele für negative Glaubenssätze, die mir oft begegnen

und keiner davon ist deine Erfindung
Herkunft

Wie Glaubenssätze entstehen

Die meisten stammen aus den ersten Lebensjahren. Ein Kind kann nicht einordnen, warum ein Erwachsener müde, laut oder abwesend ist. Es zieht den einzigen Schluss, der ihm möglich ist, und der handelt von ihm selbst. Es liegt an mir. Ich bin zu viel. Ich muss mich zusammenreißen.

Andere Glaubenssätze übernimmst du fertig. Sätze über Geld, über Arbeit, über Frauen und Männer, die in der Familie so oft fielen, dass niemand sie mehr hinterfragt hat. Und wieder andere entstehen aus einer einzigen Erfahrung, die weh getan hat und ihre eigene Regel hinterlassen hat.

Gespeichert wird das nicht als Wissen, sondern als Gefühl. Deshalb sitzt ein Glaubenssatz im Unterbewusstsein und nicht im Verstand, und deshalb bringt es so wenig, gegen ihn zu argumentieren. Du kannst dir zehnmal sagen, dass er nicht stimmt, und trotzdem in der Situation genauso reagieren wie immer.

Lebensbereiche

Wo negative Glaubenssätze am häufigsten sitzen

Beim Selbstwert

Ich genüge nicht, ich muss mich erst verdienen. Diese Gruppe ist die größte. Sie zeigt sich als Perfektionismus, als Überarbeitung oder als Unfähigkeit, ein Kompliment stehen zu lassen.

Beim Geld

Geld ist knapp, reich wird man nicht mit ehrlicher Arbeit, ich kann nicht verlangen, was ich wert bin. Diese Sätze entscheiden über Preise, Gehaltsgespräche und darüber, ob du überhaupt fragst.

In Beziehungen

Wenn ich mich zeige, gehen sie. Ich muss funktionieren, damit ich bleiben darf. Solche Überzeugungen bestimmen, wie nah du jemanden heranlässt, lange bevor du darüber nachdenkst.

in jedem Lebensbereich ein eigener Satz
Warum es hakt

Warum positive Affirmationen meist nicht reichen

Der übliche Rat lautet, negative Glaubenssätze durch positive zu ersetzen. Man schreibt sich einen schönen Satz auf den Spiegel und wiederholt ihn. Bei manchen Menschen wirkt das, bei den meisten nicht, und dafür gibt es einen einfachen Grund.

Eine Affirmation arbeitet auf der Ebene, auf der du denkst. Der alte Satz sitzt auf der Ebene, auf der du fühlst. Solange dein Körper dem neuen Satz nicht glaubt, entsteht kein Umdenken, sondern ein Widerspruch. Du sagst dir, dass du genug bist, und im selben Moment meldet sich etwas in dir und sagt, dass das nicht stimmt.

Deshalb heißt Glaubenssätze auflösen nicht, einen Satz zu übertönen, sondern darum, ihn zu prüfen und das Gegenteil erfahrbar zu machen. Erst dann lässt sich ein Satz wirklich umformulieren, und erst dann hält die Veränderung länger als drei Wochen.

Selbst anfangen

Fünf Schritte, um einen Glaubenssatz zu prüfen

Du brauchst dafür niemanden und keine besondere Technik. Nimm dir zwanzig Minuten und ein Blatt Papier.

1

Aufschreiben

Schreibe die Situation auf, in der du hängst, und daneben, was du in dem Moment über dich denkst. Der unschöne Satz ist der richtige, nicht die geglättete Version.

2

Herkunft suchen

Frage dich, wer diesen Satz zuerst gesagt hat. Sehr oft fällt dir eine Stimme oder eine Szene ein. Ein Satz, der einen Absender hat, verliert sofort an Autorität.

3

Gegenbeweise sammeln

Suche drei Situationen, in denen der Satz nachweislich nicht gestimmt hat. Nicht schönreden, sondern Fakten. Wenn dir keine einfallen, ist der Satz besonders fest verankert.

4

Umformulieren

Schreibe den Satz so um, dass du ihn dir tatsächlich glauben kannst. Nicht ich bin großartig, sondern eher ich darf lernen, wie es sich anfühlt, großartig zu sein. Ein Satz, den dein Körper ablehnt, hilft nicht.

5

Klein handeln

Such dir eine Handlung, die dem alten Satz widerspricht, und mach sie öfter. Gedankenmuster ändern sich über Erfahrung, nicht über Einsicht.

Klarstellung

Drei Irrtümer über das Auflösen von Glaubenssätzen

Man braucht nur genug Willenskraft

Willenskraft arbeitet gegen den Satz, nicht an ihm. Das hält, solange du diszipliniert bist, und kippt beim ersten Stress zurück.

Ein Satz, und alles ist gelöst

Glaubenssätze kommen in Familien vor. Löst du einen, tauchen oft zwei darunter auf. Das ist kein Rückschritt, sondern der eigentliche Weg. Mit welcher Technik du an die tiefsten Sätze kommst, lernst du im Seminar Dig Deeper.

Positive Glaubenssätze muss man sich einreden

Nein. Ein neuer Satz hält nur, wenn er sich für dich wahr anfühlt. Alles andere ist Selbstüberredung und hält kurz.

Veränderung ist leiser, als du denkst
In der Praxis

Glaubenssätze auflösen und neu formulieren, drei Beispiele

Damit das nicht theoretisch bleibt, hier drei Sätze, die mir oft begegnen, und wie eine tragfähige neue Fassung aussieht. Wichtig ist dabei nicht der schöne Klang, sondern dass du den neuen Satz tatsächlich glauben kannst.

Der alte Satz lautet, ich bin nicht gut genug. Ein neuer Satz wie ich bin großartig kippt sofort, weil dein System ihn ablehnt. Tragfähig ist eher der Satz, ich bin genug, auch wenn ich nicht fertig bin. Dieser Satz nimmt den Druck heraus, ohne zu übertreiben, und er lässt sich im Alltag überprüfen.

Der alte Satz lautet, Geld kommt nicht zu Menschen wie mir. Hier steckt fast immer ein Satz über Herkunft und Zugehörigkeit darunter. Tragfähig ist die Erlaubnis, für meine Arbeit angemessen bezahlt zu werden. Das ist kein Reichtumsversprechen, sondern eine Erlaubnis, und genau die hat vorher gefehlt.

Der alte Satz lautet, wenn ich Nein sage, mögen sie mich nicht. Tragfähig ist der Satz, ich darf Nein sagen und schauen, was passiert. Der neue Satz enthält bewusst eine offene Stelle, denn eine Garantie wäre gelogen und dein Körper merkt das sofort.

Du siehst das Muster. Beim Auflösen von Glaubenssätzen geht es nicht um das Gegenteil, sondern um die nächste ehrliche Stufe. Wer von einem harten Satz direkt in einen euphorischen springt, landet nach kurzer Zeit wieder beim alten.

Glaubenssätze zu erkennen ist der erste Schritt, sie zu hinterfragen der zweite. Beides kannst du allein. Wer seine eigenen Glaubenssätze längst identifiziert hat und trotzdem nicht weiterkommt, braucht meistens keine neue Technik, sondern professionelle Unterstützung beim dritten Schritt. Denn Glaubenssätze zu verändern heißt, tief verwurzelte Gedankenmuster anzufassen, die fest in deinem Unterbewusstsein verankert sind. Ein alter Glaubenssatz gibt selten nach, weil man ihn durchschaut hat. Er gibt nach, wenn eine neue Erfahrung dazukommt und das Muster durchbricht.

Glaubenssätze und Überzeugungen formen deine Wahrnehmung der Welt, und zwar in allen Lebensbereichen gleichzeitig. Deshalb wirkt es oft weit über das eine Thema hinaus, wenn ein einzelner Satz seine Kraft verliert. Innere Überzeugungen lassen sich allerdings nicht per Beschluss in positive Überzeugungen transformieren. Was einen neuen Glaubenssatz trägt, sind positive Erfahrungen, die dem alten widersprechen. Genau deshalb steht am Ende jeder Sitzung eine kleine Aufgabe für den Alltag.

Meine Arbeit

Wie ich mit ThetaHealing® an Glaubenssätzen arbeite

In einer Sitzung suchen wir zuerst den Satz, um den es wirklich geht. Der ist selten der, mit dem jemand hereinkommt. Ich arbeite dabei in einem entspannten, energetisch ruhigen Zustand, du bleibst wach und ansprechbar und behältst die Führung.

Dann schauen wir, wozu dieser Glaubenssatz einmal gut war. Fast jeder hatte eine Aufgabe, und solange die nicht gesehen ist, hält er sich. Erst danach arbeiten wir daran, ihn zu transformieren und etwas an seine Stelle zu setzen, das für dich stimmt. Nichts geschieht ohne dein ausdrückliches Ja.

Was ThetaHealing® als Methode ausmacht, steht auf Was ist ThetaHealing®. Wie sich ein festsitzender Satz im Alltag anfühlt, steht in Innere Blockaden lösen. Und wenn du das selbst lernen willst, geht es in den Advanced DNA Kurs, dort ist die Arbeit an Glaubenssätzen das Kernthema.

Ehrlich gesagt

Was du realistisch erwarten kannst

Vier Sätze zur Einordnung, damit du weißt, worauf du dich einlässt.

ThetaHealing® ist eine Methode zur persönlichen Entwicklung. Sie arbeitet an Überzeugungen und nicht an Symptomen.

Sie ersetzt keine ärztliche Behandlung und keine Psychotherapie. Bei anhaltender Belastung gehört die Begleitung in fachliche Hände.

Was passieren kann, ist dass ein Satz seine Selbstverständlichkeit verliert. Danach ist er noch da, aber er entscheidet nicht mehr allein.

Was ich dir nicht verspreche, ist ein Ergebnis oder ein Tempo. Manche Sätze gehen in einer Stunde, andere begleiten dich über Monate.

Ein Glaubenssatz ist keine Diagnose.

Er ist eine alte Antwort auf eine alte Frage, und du darfst sie neu geben. Wenn du in ärztlicher oder therapeutischer Behandlung bist, sprich bitte vorher mit deiner Ärztin oder deinem Therapeuten. ThetaHealing® ist kein Heilverfahren und ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung.

Häufige Fragen

Was viele vorher wissen möchten

Wie lange dauert es, einen Glaubenssatz aufzulösen?

Das ist sehr unterschiedlich. Manche Sätze verlieren ihre Kraft in einer Stunde, andere brauchen mehrere Termine über Monate. Wer dir eine feste Zahl nennt, rät.

Glaubenssätze auflösen kannst du bei vielen Sätzen allein, und die fünf Schritte weiter oben sind genau dafür da. Schwierig wird es bei Sätzen, die für dich so normal sind, dass du sie nicht als Satz erkennst.

Eine Affirmation legt einen neuen Satz über den alten. Wir schauen zuerst, wozu der alte gut war, und tauschen ihn dann. Ohne diesen Schritt hält der neue meistens nicht.

Nicht am Gefühl direkt danach, sondern an deiner Reaktion in einer Situation, die dich früher zuverlässig erwischt hat. Das zeigt sich meist erst nach ein bis zwei Wochen.

Nein. Es hilft manchmal, ist aber keine Voraussetzung. Du entscheidest, wie viel du erzählst.

Ein aufgelöster Satz kommt selten unverändert zurück. Was zurückkommt, sind oft verwandte Sätze aus derselben Familie. Deshalb arbeiten manche Menschen mehrere Sitzungen an einem Thema.

Nicht unbedingt. Das Ziel ist ein Satz, der stimmt und dir Handlungsspielraum lässt. Ein realistischer Satz trägt weiter als ein schöner.

Ja. Die Arbeit an Glaubenssätzen ist das Kernthema im Advanced DNA Seminar.

Am besten mit einem Satz, der dich gerade konkret bremst. Damit fangen wir in der ersten Sitzung an.

Wenn dir jemand verspricht, alle deine Glaubenssätze in einer Sitzung aufzulösen, sei vorsichtig. Seriös ist, wer dir sagt, was er nicht weiß.

Dein erster Schritt

Eine Sitzung dauert 60 Minuten, findet online per Zoom statt und kostet 188 Euro. Bring einen Satz mit, der dich bremst, den Rest machen wir gemeinsam.

Monogramm Juanita Keitel